Fotobericht – Projektbesuch in Malawi

Im April 2018 besuchten wir unsere drei Biolandbauprojekte in Malawi. Wir erlebten, wie sich die Bevölkerung vor Ort hinter die Projekte stellt und gemeinsam sehr viel erreichen kann. Die Bäuerinnen und Bauern, mit denen wir in den verschiedenen Projekten gesprochen haben, stellen klare Vorteile im biologischen Landbau fest, besonders in der Erhaltung der Feuchtigkeit und der Fruchtbarkeit des Bodens. Wir sind von den drei Projekten, die sich auch untereinander austauschen, sehr beeindruckt und überwältigt von dem Engagement und dem grossen Einsatz aller Beteiligten.

In Mzuzu betreut unsere Partnerorganisation ASUD einen biologischen Schulgarten mit Gemüsepflanzen, medizinischen und schädlingsabweisenden Pflanzen. Der Garten dient als Lernfeld für die SchülerInnen und produziert gleichzeitig Nahrung, damit die Kinder in der Schule eine gesunde Mahlzeit erhalten. So können sie sich auch besser konzentrieren und lernen.

Nebst dem liebevoll gepflegten Permakulturgarten hat die Schule Felder mit Maniok und Sojabohnen, Bananenstauden und natürlich ein Maisfeld, um das Grundnahrungsmittel Nsima herzustellen

Die SchülerInnen und LehrerInnen, die Autoritäten der Region, das Schulgartenkomitee sowie die Frauenclubs, bestehend aus Müttern der Schulkinder, arbeiten sehr gut organisiert zusammen. Die Frauen arbeiten im Schulgarten mit und wenden dann das erlernte Wissen über biologischen Landbau und die Herstellung biologischen Komposts bei sich zu Hause an.

Sie legen eigene Gärten mit Gemüsepflanzen an und können so die Ernährung ihrer Familien mit wertvollen Vitaminen ergänzen und Mangelernährung vorbeugen. Gleichzeitig sind sie durch die Herstellung des Komposts unabhängig von teurem chemischem Dünger und können den Überschuss verkaufen.

In Salima unterstützt unsere Partnerorganisation KODO gehbehinderte Bauern und Bäuerinnen. Am Trainingszentrum bietet KODO 6-monatige Ausbildungskurse in Korbstuhlherstellung und Nähen an. Die Gehbehinderten erlernen mit der handwerklichen Ausbildung eine Fertigkeit, mit der sie sich ein Nebeneinkommen erarbeiten können.

Gleichzeitig lernen sie Techniken des Biolandbaus kennen, vor allem die Herstellung von Kompost, der Nährstoffe für die Pflanzen liefert und dazu beiträgt, dass der Boden feucht und fruchtbar bleibt. Dank diesem Kompost können die Maisfelder eine kurze Trockenphase überstehen, die es leider immer öfter auch während der Regenzeit gibt.

Die neue gehbehindertengerechte Unterkunft für die Kursteilnehmenden ist bereits in Betrieb.

In ihren Dörfern geben die ausgebildeten Bauern und Bäuerinnen dieses Wissen an andere weiter.
Als sogenannte Leadfarmerinnen unterstützen sie weitere, auch nicht gehbehinderte, Bauern und Bäuerinnen bei Fragen und Problemen.

Ein weiteres Projekt, das wir in Malawi besuchten, ist die Demonstrationsfarm für biologischen Landbau unserer Partnerorganisation LOMADEF.

Dieses Projekt, das von EcoSolidar schon seit einigen Jahren unterstützt wird, hilft den verarmten Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Ntcheu dabei, den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten und ihre Existenz zu sichern.

Nachdem LOMADEF in eine organisatorische Krise geraten ist, begleitete EcoSolidar die Organisation bei ihrem Übergang zu einer neuen Leitung und einer strukturellen Neuausrichtung. Während unseres Besuchs hat sich nun gezeigt, dass sich dieser Einsatz gelohnt hat. Der „Turnaround“ scheint geschafft zu sein.

Falls sich diese Stabilisierung bestätigt, kann an weitere Schritte und an einen Ausbau des Projekts gedacht werden. Das Potential der Demonstrationsfarm sowie die Notwendigkeit für die wichtige und gute Arbeit von LOMADEF sind jedenfalls gegeben.