COVID-19: Berichte aus unseren Partnerprojekten

Was bedeutet Corona für unsere ProjektpartnerInnen etwa in Indien, Kambodscha, Malawi und Peru? Wir sind sehr besorgt über die Situation in unseren Projektländern, wo die Gesundheitssysteme schlecht ausgebaut sind, das Alltagsleben der Menschen ohnehin schon von existenziellen Schwierigkeiten geprägt ist und die Hygienevoraussetzungen oft sehr schlecht sind. Wir stehen via Skype und Whatsapp in engem Kontakt mit unseren PartnerInnen vor Ort. Über die Gespräche mit ihnen informieren wir auf Facebook und an dieser Stelle.

Gerade in dieser Krisenzeit gilt es, die Unterstützung aufrecht zu erhalten. Dabei sind wir auf eure Mithilfe angewiesen:

  • Mit einer Spende unterstützt ihr unsere Partnerorganisationen dabei, ihre Projekte über die Corona-Krise hinweg zu retten, wichtige Informationsarbeit zu leisten sowie Hilfe beim Zugang zu Seife und Desinfektionsmittel für die Menschen in ihren Projekten. Online Spenden geht unkompliziert und sicher über unsere Website.
  • Teilt unsere Beiträge auf Facebook und erzählt euren Freunden und Bekannten von der Situation in den EcoSolidar-Projekten.

Wir danken euch herzlich für Eure Hilfe, die uns allen Mut macht!

Im Folgenden findet ihr unsere Facebookeiträge der vergangenen Wochen gebündelt und chronologisch geordnet.

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23. Juni 2020

Am Freitag skypten wir mit unserer Projektpartnerin Bee in Kampong Cham, Kambodscha. Die Situation habe sich etwas entspannt, weitere Lockerungen im Bildungswesen wurden beschlossen. Die Erleichterung darüber ist ihr anzusehen. Freudig berichtete sie, dass 10 neue Studierende soeben ins Smile Institute von unserer Partnerorganisation Buddhism for Social Development Action gezogen sind und nach einer 10-tägigen Quarantäne ihre Ausbildungen beginnen können.👏 Eine von ihnen, die Koch-Studentin Chey Troib, schaute spontan ins Skype Treffen hinein und erzählte von ihrer ersten Zeit im Smile Institute. In ihrer Freizeit gärtnert sie besonders gern mit den anderen Studierenden am Zentrum. Bee hat während dem Lockdown zahlreiche Aktivitäten organisiert, damit es den Studierenden nicht langweilig wird und sie motiviert bleiben.🌸🌱
Bee war übrigens früher selber eine Projektteilnehmerin, leitet seit diesem Jahr das Bildungsprogramm und ist Vize-Direktorin von BSDA. Unsere Fotoreportage aus dem Projekt.

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16. Juni 2020

In Peru erreicht der Corona-Notstand dramatische Ausmasse, es ist mit über 200’000 Corona-Fällen nach Brasilien das am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. Die Situation ist für die „Pioneras“ in Lima’s Aussenbezirk Jicamarca besonders prekär. Sie haben keinen Zugang zu Wasser und Strom, durch den Lockdown fällt ihr Einkommen komplett weg, und sie können ihr Überleben nicht mehr finanzieren.

Tabita von unserer Partnerorganisation IDEMNNA hat nun einen Plan ausgearbeitet, um die Frauen und deren Familien ganz konkret mit einer Nothilfe zu unterstützen. Dazu brauchen wir euch alle!
Hier seht ihr, was ihr mit eurer Spende genau erreichen könnt:

Masken:
30.- 👉 Anfertigung von 12 Masken.
250.- 👉 gesamte Produktion von 100 Masken.
Hygieneset mit Desinfektionsmittel, Seifen, Waschmittel, Spül- und Reinigungsmittel usw.
60.- 👉 komplettes Hygieneset für eine Familie.
Handtücher: Damit die Familienmitglieder persönliche Handtücher verwenden können, müssen 90 Handtücher angefertigt werden.
30.- 👉 10 Tücher
Grundnahrungsmittel: 15 Familien benötigen Unterstützung bei der Beschaffung von Grundnahrungsmitteln.
100.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für eine Familie
180.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für drei Monate

Zusammen können wir viel bewegen und zur Sicherheit der „Pioneras“ beitragen. Jetzt mitmachen und spenden! Wichtig: Im Spendenformular unter „Bemerkung“ bitte „Nothilfe für Pioneras“ vermerken.
Mehr Infos und das Spendenformular: https://bit.ly/37jDYAM 🙏🌿
Danke für eure Unterstützung! 💜

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9. Juni 2020

Update aus Indien von unserer Partnerorganisation SIEDS in Bangalore: Obwohl sich das Virus im ganzen Land weiterhin stark ausbreitet, wurde die Ausgangssperre am 8. Juni aufgehoben. Eine Entspannung der Situation im Land wird jedoch erst ab September erwartet. Die Menschen bewegen sich sehr vorsichtig. Social Distancing sei zwar vorgeschrieben, werde aber nicht mit der nötigen Disziplin eingehalten.

SIEDS engagierte sich bisher insbesondere für die WanderarbeiterInnen. Shanthama und ihre KollegInnen verteilten unzählige Essenspakete und unterstützten die Menschen dabei, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Millionen von WanderarbeiterInnen in Indien waren durch den Lockdown in eine absolut fatale Lage geraten. Nur vier Stunden nach Ankündigung war der Lockdown in Kraft getreten. Wer gerade unterwegs war, kam nicht mehr vorwärts und wurde seinem Schicksal überlassen.

SIEDS schreibt, dass die meisten von ihnen wohl zurückkommen werden, da sie in den Dörfern keine Arbeit haben. Diese massiven Migrationsbewegungen zwischen Stadt und Land werden Indien noch lange beschäftigen, ebenso die enorme Arbeitslosigkeit und Armut. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, schreibt SIEDS. Es wird Zeit brauchen, bis wir uns an die neuen Realitäten angepasst haben.

Für ihren schnellen und existentiellen Einsatz hat SIEDS übrigens kürzlich einen Rotary-Preis enthalten.

Mehr zum Projekt: https://bit.ly/3dOiEFE

Es bewegt uns sehr, wie engagiert sich unsere PartnerInnen in ihren Projekten einsetzen! Wir sind weiterhin auf eure Mithilfe angewiesen und freuen uns über jede Spende von euch 🙏🌿https://bit.ly/2ZzHC7H

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2. Juni 2020

Die Lage in Peru bleibt heikel, die Covid-19-Infektionszahlen steigen nach wie vor an und der Lockdown dauert ebenfalls noch länger. Alle Schulen sind weiterhin geschlossen und der Unterricht findet online statt. Dies ist aber nicht für alle gleich einfach zu bewerkstelligen: Im peruanischen Hochland gibt es kein Internet, und Smartphones sind ebenso wenig verbreitet. Die SchülerInnen sind daher angewiesen auf das Radio, und einige BewohnerInnen der Region müssen dafür weit gehen. 📻

Dieser kurze Beitrag von ntv macht deutlich, wie wichtig die Arbeit unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco ist. Sie produziert zusammen mit indigenen Frauengruppen und Schulen zweisprachige Radioprogramme, mittels denen auf interaktive und kreative Weise unterrichtet wird und eine Auseinandersetzung mit indigenen Weltanschauungen stattfinden kann. So können die Kinder kontextbezogen lernen, und ihre Sprache und Kultur bekommen Raum im Bildungssystem und in den Medien. 🌿 Mit einer Spende könnt ihr dieses Projekt direkt unterstützen https://bit.ly/2XWc6OA 💙

Herzlichen Dank! 🙏
Mehr Informationen zum Projekt: https://bit.ly/2Xr5qJn

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27. Mai 2020

Heute haben wir mit Bee in Kambodscha telefoniert und erfahren, dass sich die Situation mit Covid-19 in den letzten Wochen etwas entspannt hat. Einige Läden sind wieder geöffnet und andere wollen bald nachziehen. Das Hanchey Bamboo Resort von BSDA soll ebenfalls im Juni den Betrieb wieder aufnehmen – natürlich unter Einhaltung strikter Massnahmen. Nachdem letzte Woche zwei bestätigte Covid-19-Fälle durch Reisende aus dem Ausland importiert?/entdeckt? wurden, warnt die Regierung aber vor einer zweiten Welle und ruft weiterhin zur Vorsicht auf.

Das Smile Institute ist nach wie vor vom Lockdown betroffen und die SchülerInnen lernen weiterhin drinnen. Die Kurse verlaufen nach Plan und die LehrerInnen unterrichten in Kleingruppen im Institut, während über Social Media Gruppen die Lektionen mit denen geteilt werden können, die zu Hause sind. 📖📓

Kurz vor dem Lockdown im März wurden neue Studierende rekrutiert, die aufgrund von Corona aber leider nicht mehr ins Smile Institut kommen konnten. Mit der entspannteren Situation der letzten Wochen haben Bee und ihr Team entschieden, sechs der neuen Studierenden ins Smile Institute aufzunehmen. Um jegliches Risiko zu vermeiden, wurden die sechs für 14 Tage isoliert, mussten Masken tragen und waren in einem separaten Schulzimmer untergebracht. Nun sind sie auf der sicheren Seite!

Dank den zahlreichen Aktivitäten, die Bee und das Team zusammengestellt haben, wird es den Studierenden auch nicht mehr langweilig. Es gibt landwirtschaftliche Aktivitäten, Spiele, Gärtnern, Malen und vieles mehr. Auch Bee selber lenkt sich manchmal damit ab. 🌸🌱

BSDA unterstützt ausserdem 57 Familien mit einem Schulstipendium, das unter anderem aus Grundnahrungsmitteln besteht und ihnen dadurch Entlastung bringt. Mit Corona fällt das Einkommen vieler Eltern weg und in der Not kommt es vermehrt dazu, dass die Kinder zum Arbeiten geschickt werden. BSDA steht in engem Kontakt mit den Eltern, denn es ist sehr wichtig, dass die Familien ihre Kinder dabei unterstützen, die Online-Kurse zu absolvieren.

BSDA setzt alles daran, dass die Kinder zu Hause bleiben und ihre wöchentlichen Lektionen abschließen. Es sei sehr wichtig, betont Bee, dass ihre Motivation gefördert werde, damit sie nach dem Lockdown die Kurse wieder aufnehmen und den Anschluss nicht verpassen. Nur so kann ihre Zukunft gesichert werden. 🦋

Es bewegt uns sehr, wie engagiert und kreativ sich unsere Projektpartnerin für die SchülerInnen einsetzt! Helft jetzt mit einer Spende, dass die Organisation weiterhin bestehen kann!🙏🌿✨https://bit.ly/2ZzHC7H

Mehr zur BSDA: https://bit.ly/3goLXk1

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20. Mai 2020

Die Organisation KODO bildet in Malawi normalerweise gehbehinderte Bauern und Bäuerinnen in Biolandbau aus. Jetzt nähen sie Schutzmasken!

George Chimpiko, Gründer von KODO, erzählt, wie die Situation in den Dörfern in der Region Salima, Malawi, aussieht: «Die Menschen wissen zu wenig über Corona und wie sie sich davor schützen können. Sie haben keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Ausserdem können sie nicht zu Hause bleiben, sie müssen jeden Tag Geld verdienen, damit sie etwas zu essen kaufen können.»

Deshalb lässt KODO von ehemaligen Teilnehmenden der Ausbildung in Schneiderei Schutzmasken aus Stoff nähen. Diese werden an gehbehinderte Bauern und Bäuerinnen und deren Familien verteilt.

In den Dörfern um Salima gibt es zudem kaum die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Unsere Partnerorganisation KODO kauft deshalb Eimer, Schemel und Seife und baut in den Dörfern einfache Händewasch-Stationen auf.

Bilder und Videos zur Spenden-Aktion in Malawi findet ihr hier: https://bit.ly/3e74sY3

Die Organisation KODO, die George gegründet hat, unterstützt Bäuerinnen und Bauern mit einer Gehbehinderung im Bereich der Mobilität, der Einkommensgenerierung und der Nahrungssicherheit: https://bit.ly/2VEUB5B

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14. Mai 2020

Email aus Indien 📧 Diese Woche meldeten sich unsere PartnerInnen aus Bangalore per E-Mail. Sie erzählen von der dramatischen Situation der WanderarbeiterInnen und von der neuen Normalität:

„Der Lockdown hat die Mehrheit der Menschen in große Not gebracht, da sie keine Einkommensquelle mehr haben, um ihr tägliches Leben zu bestreiten. Wir engagieren uns weiterhin in verschiedenen Initiativen in Bangalore, Kolar und Anekal. Wir haben unter anderem Geld gesammelt, um Essenspakete an Menschen in Not zu verteilen.

Möglicherweise müssen wir noch mehr Geld aufbringen, da wir nicht wissen, wie lange es dauern wird, bis wieder Normalität einkehrt. Es gibt viel zu viele Menschen, die diese Rationen benötigen.

Wir haben uns insbesondere für die Wiederaufnahme von Zügen für WanderarbeiterInnen eingesetzt. Millionen von WanderarbeiterInnen versuchen verzweifelt nach Hause zu kommen, um bei ihren Lieben zu sein. Viele machen sich zu Fuss auf den Weg. Es ist eine schwere Wahl für sie, am Coronavirus oder an Hunger zu sterben. Viele sind an Erschöpfung gestorben. Einige starben bei Straßen- und Zugunfällen. Wir kennen die Zahlen nicht. Endlich hat die Regierung Sonderzüge organisiert, um sie nach Hause zu bringen. Aber sie mussten dafür bezahlen, obwohl sie doch seit vierzig oder mehr Tagen arbeitslos sind!

Wir haben auch versucht die Öffnung von Schnapsläden zu verhindern, da der Alkoholkonsum die häusliche Gewalt weiter eskalieren lässt. Die Spirituosenläden sind jedoch geöffnet, da dies der Regierung enorme Einnahmen bringt. Die UNO hat davor gewarnt, dass „der Welt innerhalb der nächsten drei Monate Hungersnöte biblischen Ausmaßes drohen könnten“, wenn die Nationen jetzt nicht handeln. Indiens Ernährungssicherheit scheint mit Rekordernten von Reis, Weizen und Hülsenfrüchten bisher gesichert.

Wir machen uns viele Gedanken darüber, wie wir jetzt am besten vorgehen in diesem Alltag, wo Social Distancing die neue Norm ist!“

Mehr zum Projekt von SIEDS: https://bit.ly/2yLiFv3

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7. Mai 2020

Auch mit Katya von Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD) haben wir wieder gesprochen. Sie erzählt uns, dass die Situation in Puerto Maldonado nach wie vor heikel sei, die offiziell bestätigten Covid-19-Fälle haben zugenommen, die Zahl der Infizierten sei in den letzten zwei Wochen (Stand 27.4.) auf 71 gestiegen. Die Regierung hoffe nur, dass es nicht zu komplizierten Verläufen komme, weil die Gesundheitsversorgung zusammenbrechen würde.

Die Menschen müssen weiterhin Zuhause bleiben, sodass es viele Arbeitslose gibt und kleine Unternehmen zu Grunde gehen. Unabhängige und informelle ArbeitnehmerInnen sind am Rande des Ruins, obwohl der Staat finanzielle Unterstützungen für verschiedene Sektoren eingeführt habe.
Die indigenen Gemeinschaften haben selbstständig beschlossen, sich zu isolieren, erzählt Katya. Jedoch ist es unvermeidlich, dass sie gewisse Grundprodukte aus der Stadt beziehen müssen. Die Gemeinschaften verfügen nicht über genügend Nahrungsmittel, die sie in dieser Jahreszeit ernten könnten. Obwohl mehrere indigene Organisationen, darunter auch FENAMAD, um prompte Unterstützungsmassnahmen für die indigenen Gemeinschaften bitten, hat der Staat noch nicht festgelegt, wie dieser Bitte entsprochen werden soll. Katya berichtet, dass FENAMAD mit verbündeten Organisationen zusammenarbeitet, um wenigstens der indigenen Bevölkerung in der Stadt zu helfen.🙏

Im Wohnhaus in Puerto Maldonado sind momentan nur ganz wenige Studierende untergebracht. Das Schulprogramm der Jugendlichen soll online weitergeführt werden, und FENAMAD hat sich darum gekümmert, dass die Studierenden in den Gemeinschaften einen Zugang zu Smartphones bekommen. Die Kommunikation bleibt aber schwierig, und teilweise entstehen Missverständnisse. So tauchten letzte Woche zwei Studierende aus einer indigenen Gemeinschaft im Wohnhaus in der Stadt auf, weil sie besorgt darüber waren, etwas von ihrem Studium zu verpassen. Sie hatten leider nicht mitbekommen, dass der Unterricht virtuell weitergehen würde. Natürlich wurden sie im Wohnhaus aufgenommen, aber vorerst können sie nicht zurück in ihre Gemeinschaft, um diese nicht zu gefährden.

Wir bleiben in Kontakt und zeigen weiterhin unsere Solidarität. 🌺🌿

Mehr Infos zum Projekt: https://bit.ly/3fzRSCu

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6. Mai 2020

Tabita von unserer Partnerorganisation Idemnna erzählte uns in den vergangenen Tagen erneut von der aktuellen Situation im Aussenbezirk von Lima. Die Quarantäne wurde bis zum 10. Mai verlängert, weil die Zahl der COVID-19-Fälle derzeit weiter zunimmt.
Das Gesundheitssystem ist sehr prekär, es stehen nicht genügend Betten zur Verfügung und es gibt keine Möglichkeit, die Infizierten angemessen zu versorgen. Daher besteht die Maßnahme der Regierung weiterhin darin, die Familien aufzufordern, in ihren Häusern zu bleiben. Mobilität ist also nicht möglich, und es gibt nur Sicherheitsvorkehrungen für einige Menschen, wie z.B. im Gesundheitssektor, im Lebensmittelhandel und in den Banken.

„In diesen Wochen haben wir viel mit den Familien und ihren Kindern kommuniziert“, erzählt Tabita. „Wir haben uns ihre Probleme angehört und einen Dialog über die jeweilige Familiensituation geführt sowie den bedürftigsten Familien in verschiedenen Formen Unterstützung gewährt.“ 🌿

Die psychische Gesundheit der Frauen ist durch die Auswirkungen von COVID-19 enorm gefährdet. Sie befinden sich in einer wirtschaftlichen Notlage, da sie für ihren Lebensunterhalt zuvor Produkte verkauften, wie z.B. Recyclingmaterial oder selber hergestellte Gegenstände und Kleider. Ihre Partner verdienten ihr Geld beispielsweise als Taxifahrer oder im Baugewerbe. Aber jetzt dürfen die Familien nicht mehr arbeiten und haben daher überhaupt kein Einkommen. Einige von ihnen erhalten Unterstützung von ihren Verwandten, den anderen versuche Idemnna finanziell oder materiell zu helfen.
Es stimme zwar, dass der Staat eine finanzielle Unterstützung gewährt habe, aber es gebe mehr als 1 Mio Familien, die nicht staatlich registriert sind und somit keine Hilfe bekommen. Die Familien, mit denen Idemnna arbeitet, gehören zu dieser Gruppe.

Tabita ist besorgt darüber, dass die Gewalt gegenüber Kindern und Frauen zunimmt. „Wir sind uns dieser Situation bewusst, um in Fällen von Gewalt weiterhin aktiv zu werden.“ Mehrere Pioneras haben über Gewalt, Schläge und Missbrauch von Kindern in der Gemeinde berichtet. Idemnna hat diese Situation beim Frauen-Notfallzentrum und beim Kommissariat gemeldet, damit bei diesen Fällen von Gewalt gegen Kinder und Frauen interveniert werden kann. „Wir gehen diesen Vorfällen nach.“, betont Tabita.

Tabita erklärt ausserdem, dass sie und ihr Team auch mit den Kindern der Pioneras sprechen. Einige Kinder berichten darüber, dass sie Gewalt erlitten haben. Aufgrund des Stresses werden einige Frauen manchmal handgreiflich gegenüber ihren Kindern. Aus diesem Grund sei das Gespräch mit den Frauen extrem wichtig, denn so können sie ihre Gefühle, Ängste und Bedürfnisse erkennen und ausdrücken sowie auf dieser Grundlage über die jeweilige Familiensituation nachdenken.

Einige Frauen hatten schlechte Kommunikations- und Umgangsformen mit ihren Partnern und haben sich in dieser Zeit entschieden, sich endgültig von ihnen zu trennen. In anderen Fällen hingegen sind die Familien sogar stärker geworden und unterstützen sich gegenseitig. 🤝

Es zeigt sich, dass die Pandemie bestehende Probleme verstärkt, und dass die Arbeit unserer Partnerorganisation gerade in dieser Zeit unerlässlich ist. Wir stehen unseren ProjektpartnerInnen bei und begleiten sie durch diese besonderen Herausforderungen. 💜✨

Mehr Infos zum Projekt findet ihr hier: https://bit.ly/2WnCgt1

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30. April 2020

Bei unserem heutigen Skype-Gespräch mit Bee Srors von BSDA in Kambodscha haben wir einige Neuigkeiten über die aktuelle Situation erhalten.
Die Jugendlichen im Smile Institute dürfen aufgrund der offiziellen Massnahmen weiterhin nicht aus der Anlage rausgehen. Auch für das traditionelle Khmer New Year konnten sie nicht in ihre Dörfer fahren. Trotz des vielseitigen Sonderprogramms gibt es einige unter ihnen, die ihre Familien extrem vermissen und stark unter Heimweh leiden.
Bee hat uns erklärt, dass sie deshalb nun nach einer Möglichkeit sucht, für diese Jugendlichen einen privaten Transport zu organisieren. So werden sie keiner Gefahr ausgesetzt und können offiziell nach Hause fahren. Mit den Jugendlichen und ihren Familien wird genau vereinbart werden, wie sie sich verhalten müssen, um das Risiko zu minimieren. Es wird auch festgelegt, wann sie wieder ins Smile Institute zurückkehren müssen, um sicher zu gehen, dass sie ihre Ausbildungen weiterführen können. Es ist schön zu sehen, wie Bee und ihr Team in dieser schwierigen Situation auf individuelle Bedürfnisse reagieren können, ohne das Gemeinwohl zu vernachlässigen! 💙🙏

Es gibt mittlerweile auch positive Effekte zu verzeichnen: Im Team funktioniert die Online-Kommunikation immer einfacher, alle haben sich an die neue Technologie herangetastet und kommen besser damit zurecht. Vor allem beim Education-Team klappt es gut, denn obwohl viele von null auf den Umgang mit der Technik erlernen mussten, können sie nun bereits auch Online-Kurse für die Jugendlichen anbieten. Ausserdem berichtet Bee uns, dass einige der Jugendlichen genug Grundkenntnisse mitbringen, um direkt mit dem Skilltraining in Gastronomie und Mechanik beginnen zu können, ohne die dreimonatige Vorstufe zu benötigen. Mit gewissen Praxiskursen auf individueller Ebene können sie dank kreativen Massnahmen sogar schon während der Corona-Krise beginnen. 👏

Mehr Infos zu BSDA: https://bit.ly/2W5UEqb

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28. April 2020

 Wie geht es dem Circo Fantazztico in Costa Rica? Wir fragten nach bei Carolina Gil, der Leiterin des Zirkusprojekts.🤸‍♀️Ihr sonst so lebendiger Alltag hat sich stark verändert. Ruhe macht sich breit im Zirkushaus, wo Carolina normalerweise mit einigen der ausländischen Freiwilligen lebt. Diese mussten Mitte März alle nach Europa zurückreisen. Seither halten Carolina und Gabriel alleine Stellung und planen die Nach-Corona Zeit. «Es macht mir Sorgen, wann die Freiwilligen wieder hierherkommen können, denn sie sind ein wichtiger Teil des Projekts“, sagt sie. 

Allgemein sei die Situation ruhig. „Wir können einkaufen gehen und spazieren. Die Zahl der Infizierten ist zwar auch in Costa Rica angestiegen, aber nicht exponentiell wie in den Ländern Europas.» In Lateinamerika generell seien bisher weniger Fälle bekannt, als in Europa. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich das entwickelt. 

„In diesen Wochen arbeiten wir viel im Garten und nutzen die Zeit, um einmal richtig auszumisten. Wir haben Tomaten, Gurken, Bananen und Zitronen sowie Chili und Rucola gepflanzt.» 🍋 In der Krise greifen die Menschen in San Isidro auf solidarische Netzwerke zurück, erzählt Carolina. Obst und Gemüse wird via Whatsapp in der Nachbarschaft verkauft oder getauscht. Auch sie habe schon Zitronen und Bananen im Nachbarschaftsnetz für Nahrungsmittel getauscht und diese dann an ärmere Familien der ZirkusteilnehmerInnen verschenkt. Die Solidarität freue sie sehr und es sei interessant, dass viele Menschen auch wieder die Möglichkeit erkennen, eigene Gärten anzulegen und sich so selbst zu versorgen.

Die Gruppentrainings sind immer noch nicht möglich und die Kinder und Jugendlichen des Circo Fantazztico vermissen das Zusammensein. Über Whatsapp steht die Truppe um Carolina in engem Kontakt. Ihre Kreativität und ihren Zirkusgeist haben sie nicht verloren: Gemeinsam planen sie ein virtuelles Festival zum Thema Nachhaltige Energie🤸‍♀️

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27. April 2020

Heute Mittag meldete sich unser Projektpartner George Chimpiko aus Malawi: Jene BäuerInnen, die in seinem Projekt neben Biolandbau auch in Schneiderei ausgebildet worden waren, stellen jetzt Masken her👏 Diese werden an besonders benachteiligte Bauernfamilien verschenkt oder günstig weiterverkauft. Denn: Masken seien für die meisten Menschen in Malawi viel zu teuer. Wir sind begeistert!😍

Die Organisation KODO, die George gegründet hat, unterstützt Bäuerinnen und Bauern mit einer Gehbehinderung im Bereich der Mobilität, der Einkommensgenerierung und der Nahrungssicherheit: https://bit.ly/2VEUB5B

 

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23. April 2020

Gestern telefonierten wir mit George Chimpiko in Salima, Malawi, wo er ein Biolandbau-Projekt für Menschen mit einer Gehbehinderung leitet.

Bis heute gibt es 23 offiziell bestätigte Fälle von Corona-Infizierungen in Malawi. Die Bevölkerung sei doppelt besorgt, einerseits um ihre Gesundheit und andererseits über die Konsequenzen eines möglichen Lockdowns, erzählt er auf Whatsapp. „Es ist wichtig, die Verbreitung des Virus zu kontrollieren, doch viele Menschen sind dadurch unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Denn: Unzählige Menschen leben als Tagelöhner quasi von der Hand in den Mund. Sie fragen sich, wie sie einen Lockdown überleben sollen ohne ihr tägliches Einkommen und ohne die Möglichkeit, auf dem Markt einkaufen zu gehen.“

Wie umstritten ein Lockdown ist, zeigte sich etwa letzte Woche. Am Freitag blockierte das Oberste Gericht im Land eine geplante 21-tägige Ausgangssperre, welche die Regierung verhängen will, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Im Kampf gegen Corona steht das Land also vor unglaublichen Herausforderungen. Dies zu einem Zeitpunkt, an dem auf Juli Neuwahlen angesetzt sind. Die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten Anfang Jahr war aufgrund von Wahlfälschungen mit Korrekturflüssigkeit (deshalb auch „Tippex-Wahlen“) annulliert worden.

Auch unsere Partnerorganisation KODO musste vorübergehend das Trainingszentrum schliessen und die Aktivitäten stark reduzieren. George besuchte die Projektteilnehmerinnen kürzlich zuhause in ihren Dörfern: «Ich verglich die Lebensbedingungen hier mit denen in der Stadt. In den meisten Dörfern sieht es so aus: Fehlendes Wissen, fehlende Schutzmassnahmen wie Masken, keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen und kein Social Distancing. Ich ging in den Dörfern herum und die meisten Menschen sind besorgt darum, ob es genug zu Essen geben wird. In den Dörfern ist die Situation allerdings noch besser in dieser Hinsicht, als in der Stadt, weil die Menschen ihre Gärten haben und ihre Felder.“

Das Händewaschen sei in den ländlichen Gegenden aber ein dringendes Problem. „Was hier fehlt sind Wasser und Seife. In den Städten sieht es anders aus. Hier gibt es an vielen Orten und in den meisten Geschäften die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen (Bild). Nicht so in den Dörfern. Einigen der sehr armen und benachteiligten Bauernfamilien, wollen wir jetzt Wasser und Seife kaufen.“

EcoSolidar unterstützt George im Kauf von Wasser und Seife. Zurzeit stehen wir mit allen unseren ProjektpartnerInnen in engem Kontakt und besprechen laufend die Situation in ihren Projekten. Wir haben sie wissen lassen, dass wir sie in dieser schwierigen Zeit nicht im Stich lassen und sie so gut als möglich unterstützen.

Mehr zum Projekt, das George gegründet hat 👉 https://bit.ly/2VNMvXc

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15. April 2020

 

Julio Cusurichi ist der Präsident unserer Partnerorganisation Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD) in Peru. Er hat uns diese Video-Botschaft zugeschickt, in der er sich bei den verschiedenen Indigenen Gemeinschaften bedankt, die sich freiwillig und selbstorganisiert in Quarantäne begeben und ihre Dörfer isolieren, um sich vor Covid-19 zu schützen. Er betont, dass diese Massnahmen sehr wichtig sind, um ihre Gesundheit zu schützen. 🙏 💚
„Die Gemeinschaften haben die Anweisung befolgt, sich zu isolieren und ihre Häuser nicht zu verlassen, weil wir das Ausmass der Bedrohung kennen und eine massive Ansteckung eine Tragödie wäre“, betont Julio und verweist auf die besondere Verletzlichkeit der indigenen Bevölkerung, die vom Staat extrem vernachlässigt wird und nicht die selbe Unterstützung erhalte, wie die städtische Bevölkerung.

Es mangle beispielsweise an Zugang zu Technologie und Internet, der in dieser Zeit dafür sorgen könnte, dass die Kinder ihre Schulbildung fortsetzen und das laufende Schuljahr abschliessen könnten. In dieser Hinsicht sei die Indigene Bevölkerung einmal mehr ausgeschlossen, und Julio fordert konkrete Strategien, um den Kindern eine Alternative zu bieten.

🌾 Ausserdem befürchtet Julio einen Mangel an Nahrungsmitteln, wenn keine Hilfspakete gebracht würden. Die Fischerei und der Anbau von Yucca und Banane würden zwar kurzfristig durch die Quarantäne helfen, aber nicht lange ausreichen.

Er fordert die Regierung auf, einen historischen Schritt zu tun und ein Ministerium der indigenen Völker zu gründen, sodass dieses als aktives Organ an der öffentlichen Politik teilnehmen und direkte Unterstützung im Amazonasgebiet leisten könnte.

„Wir sind der Meinung, dass wir als indigene Völker einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt leisten, und wir verlangen von den Behörden keine Ausgaben für den Schutz durch die Polizei oder die Streitkräfte, wie es in den Städten geschieht, aber es ist notwendig, dass die Regierung uns eine nachhaltigere Unterstützung gewährt.“ ✨

Mehr Infos zu FENAMAD findet ihr hier: https://bit.ly/2K680Ny

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14. April 2020

Auch in Costa Rica begannen die Osterwochen ganz anders als gewohnt, berichtet Roland Spendlingwimmer von unserem Partnerprojekt Circo Fantazztico. Die Ausgangssperre hält trotz relativ wenigen Corona-Fällen an, die Menschen seien aber geduldig und halten sich an die Massnahmen der Regierung. Ausserdem habe er freudig beobachtet, dass in den Gärten vermehrt eigenes Gemüse angebaut werde. Trotzdem gibt es natürlich ganz einschneidende Einbrüche z.B. im Tourismus, und schwierige Verhältnisse im informellen Bereich.

Der Circo Fantazztico pausiert im Moment ebenfalls, denn alle Freiwilligen seien nach Europa zurückberufen worden und Gruppentrainings sowie die geplanten Aufführungen sind nicht erlaubt. Carolina und Gabriel üben aber weiterhin mit einzelnen ArtistInnen und überlegen schon jetzt, wie es weitergehen kann, wenn der Betrieb wieder aufgenommen wird. Die Jugendlichen langweilen sich zwar in ihren Familien, erzählt Roland, aber sie seien alle in regem Austausch per Whatsapp und behalten stets ihren Humor. Zur Aufmunterung und Motivation hat Roland ihnen dieses Gedicht gewidmet:

✨Adelante,
Ihr alle vom Circo Fantazztico
Sucht euren inneren Dichter
Jongleure der Wörter
Akrobaten der Seele
Seiltänzer des Universums.
Macht weiter,
Spielt
Erfindet die Welt neu
Schöpft aus eurem Herzen
Sucht den Ursprung der Schönheit
Und die Quellen des Lebens.
Adelante!✨

Auch wir wünschen weiterhin viel Kraft und Kreativität und bleiben in Kontakt.🙏💙
Mehr Infos zum Circo Fantazztico: https://bit.ly/2XAPgNW

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9. April 2020

Zum zweiten Mal haben wir mit Neth Prak von BIPA geskyped und ein Update zur Situation vor Ort bekommen. Die Lage in Kambodscha ist noch weitgehend unverändert seit unserem letzten Gespräch: Die Schulen, Geschäfte und öffentlichen Orte bleiben geschlossen, es gibt bisher 117 bestätigte Coronafälle und nach offiziellen Angaben noch keine Todesfälle. In der Region Mondulkiri im Osten Kambodschas, wo BIPA aktiv ist, sind noch keine Coronafälle offiziell bestätigt.

Genauso wie in der Schweiz dürfen sich nicht mehr als fünf Personen treffen. Das Café wo die biologischen Produkte von BIPA verkauft werden, bleibt ebenfalls geschlossen.

🌾BIPA führt aber so viele Aktivitäten wie möglich fort. Die Arbeit auf dem Feld und die Setzlingsaufzucht beispielsweise können

fortgesetzt werden, die Honigproduktion läuft ebenfalls weiter, und die Demonstrationsfarm wird vorbereitet für die Trainings. Neth hofft, dass die Situation sich bald entspannt und sie Trainings in biologischer Landwirtschaft möglichst bald wieder durchführen können.

Wir begleiten Neth und BIPA weiterhin durch diese unsichere Zeit und zeigen unsere Solidarität. 🌱🙏

Mehr Infos zur Arbeit von BIPA findet Ihr hier: https://bit.ly/3aspCxz

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5. April 2020

Was unsere ProjektpartnerInnen von der Organisation SIEDS aus Bangalore, Indien, berichten, ist für uns fast unvorstellbar: Die Strassen wie leergefegt, Shops und Schulen zu und keine Taxis mehr – das öffentliche Leben steht still. Am 22. März wurde über das ganze Land eine Ausgangsperre verhängt. Es fühle sich an wie Hausarrest. Die Polizei hat die Kontrolle auf den Strassen übernommen. Es wird erwartet, dass die Zahl der Infizierten schnell steigt.

Auch SIEDS musste das Büro vorübergehend schliessen. Die Programmarbeit mit den gewaltbetroffenen Frauen in Kolar und Anekal, zwei Vororten von Bangalore, ist nicht mehr möglich wie vorher. Bislang sei hier noch kein Fall von Corona bekannt. Für SIEDS ist sofort klar: «Die oberste Priorität ist nun die kollektive Gesundheit der Gemeinschaften, in denen wir tätig sind. Die Ausbreitung des Corona-Virus hier muss verhindert werden. Und es müssen Hilfsmassnahmen für die Schwächsten organisiert werden»

Momentan engagieren sich die Mitglieder von SIEDS in verschiedenen Initiativen in Bangalore, Kolar und Anekal etwa in der Mobilisierung von Freiwilligen oder in der Gewährleistung von Zugang zu Lebensmitteln und medizinischer Behandlung.

Shanthama und ihr Team schlossen sich einer Freiwilligengruppe in Kolar an, welche sich für die am stärksten gefährdeten Menschen einsetzt. In Anekal engagert sich Mamatha mit ihrem Team insbesondere in der Hilfe für die hohe Anzahl Wanderarbeiter, die auf den umliegenden Strassen «gestrandet sind». Diese sind als Tagelöhner unterwegs. Sie haben kein Geld, keine Ersparnisse, kein Haus und keine offiziellen Dokumente, die ihnen etwa den Zugang zu Lebensmitteln über das öffentliche Verteilungssystem ermöglichen würden. Besonders gefährdet seien auch Sexarbeiterinnen, mit denen SIEDS zusammenarbeitet, sowie Frauen, die Opfer und Überlebende häuslicher Gewalt sind. Es besteht grosse Sorge über die zunehmende häusliche Gewalt in dieser Zeit. SIEDS sagt: „Wir sollten uns an jeder Initiative beteiligen, die zum wirtschaftlichen, medizinischen und psychologischen Wohlergehen der Gemeinden beiträgt.“ Und letztlich müsse sichergestellt werden, dass die Regierung eine auf die Menschen ausgerichtete Politik zur Bewältigung dieser enormen Krise des öffentlichen Gesundheitswesens betreibt.

So kennen wir unsere Projektpartner von SIEDS. Ihr Mut und ihr Engagement für die Gemeinschaft haben uns immer wieder beeindruckt!

Die Folgen eines «lockdowns» sind für die Bevölkerung Indiens verheerend. SIEDS ist sehr besorgt: „Mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Tankstellen und Apotheken sind alle Geschäfte geschlossen, was zu einer enormen Wirtschaftskrise führt. Dies beeinträchtigt die Lebensgrundlage von fast 80 bis 85% der Menschen, zum Beispiel Tagelöhner, KleinunternehmerInnen und StraßenverkäuferInnen. Gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise, was auf mögliche Versorgungsengpässe aufgrund des eingeschränkten Warenverkehrs hinweist. Dies hat das Potenzial, Todesfälle durch Hunger zu verursachen, wenn nicht richtig gehandelt wird.

Ermutigend ist jedoch, dass diese düsteren Aussichten eine öffentliche Debatte auslösen. Am 25. März wurden im Fernsehen verschiedene Ideen diskutiert, die für Indien sehr ungewöhnlich sind. Zum Beispiel kostenlose Nahrungsmittel für Menschen in Armut in den kommenden Monaten oder dass die Regierung im Voraus Geld an diejenigen überweisen sollte, die dies für künftige Einkäufe benötigen. „Es war wunderbar zu hören, wie die Sorge um die Bedürftigen zum Ausdruck kommt und dass vernünftige Vorschläge frei fließen“. Wenn die Krise das Beste in jedem Menschen zum Vorschein bringt, dann sei das an sich schon ein Teil der Heilung.

Infos zum Projekt von SIEDS: https://bit.ly/2V4ivWI

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2. April 2020

Diese Woche sprachen wir mit Enock Dlamini von unserer Partnerorganisation ACAT, welche in Eswatini (ehemals Swasiland) biologischen Landbau fördert.

Laut offizieller Berichte gibt es in Eswatini erst wenige Corona-Erkrankte und es sei noch niemand daran gestorben. Die Entwicklung steht also noch am Anfang, die Massnahmen sind aber auch hier seit letzter Woche strikt: Es herrscht partieller Lockdown, das heisst, dass die Menschen nur noch aus dringenden Gründen das Haus verlassen dürfen. Viele Geschäfte sind geschlossen und alle öffentlichen Versammlungen, Messen sowie auch die traditionelle Osterfeier wurden abgesagt.

Enock’s Hauptsorgen gelten dem Gesundheitssystem und der Ernährungssicherheit. Das Gesundheitswesen sei infrastrukturell sowie ausrüstungstechnisch völlig ungenügend ausgestattet und auf eine Situation wie Covid-19 keineswegs vorbereitet. Das Land sei bezüglich der Gesundheitsversorgung von Südafrika abhängig, doch nun sind die Grenzen geschlossen. Auch für die Ernährungssicherheit könne dies gravierende Folgen haben, denn der übliche Nahrungsmittelimport könne so nicht gewährleistet werden. Die Ernährungssituation sei dadurch noch viel unsicherer als zuvor. Ob die Ernte genügend Ertrag bringen wird, wird sich im Mai zeigen. Enock ist besonders über die Lage in den trockenen Gebieten besorgt.

In den letzten Jahren unterstützte ACAT Bauern und Bäuerinnen dabei, eigene Permakulturgärten aufzubauen. Wie wichtig dieses Projektvorhaben ist, zeigt sich gerade in einer Krisensituation wie dieser. Dank ihren eigenen Permakulturgärten können die Familien sich besser selber versorgen, was jetzt noch wichtiger wird. ACAT steht zurzeit in engem Austausch mit den Familien und berät sie individuell, damit sie jetzt bestmöglich anpflanzen und so ihre Familien selbstständig ernähren können.

Enock freut sich in dieser Situation besonders über die positiven Entwicklungen des OPV-Mais, den ACAT anbaut und als Saatgut verkauft. Es habe sich dieses Jahr gezeigt, dass dieser gut wächst und sehr resistent ist. Er habe von den Bauern und Bäuerinnen, die ihn gepflanzt haben, gutes Feedback erhalten – eine gute Ernte kann erwartet werden. Ein weiteres Plus: Der Mais schmecke sehr gut. 🌽

Zusätzlich will ACAT die rurale Bevölkerung so gut als möglich informieren. Dazu sind sie mit dem lokalen Radio in Kontakt und planen zweimal wöchentlich einen Slot zu bekommen. So wollen sie einerseits über die Covid-19-Entwicklungen berichten, aber auch ganz konkrete technische Ratschläge für den Anbau zu Hause geben. Die Idee ist auch, dass die Bauern und Bäuerinnen während der Sendung anrufen und Fragen stellen können. So kann die Beratung weitergeführt und speziell auf eine möglichst vollständige Selbstversorgung der Familien ausgerichtet werden. Wir hoffen sehr, dass diese Strategien umgesetzt werden können und bleiben in Kontakt und Solidarität mit unseren Projekten! 🌿

Mehr zur Arbeit von ACAT: https://bit.ly/341HcHp

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31. März 2020

Letzte Woche telefonierten wir wieder mit Alejandro Molina von unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco in Peru. Er hat tolle Neuigkeiten (bitte weiterlesen🤓) Pukllasunchis produziert mit Kindern an abgelegenen Landschulen zweisprachige Radiohörspiele (Spanisch / Quechua), um den interkulturellen Unterricht zu fördern.

Da der Notstand bis Mitte April verlängert wurde, bleiben die Schulen geschlossen und SchülerInnen und LehrerInnen müssen zuhause bleiben. Wo möglich, findet auch in Peru Online Unterricht statt. An den abgelegenen Landschulen, mit welchen Pukllasunchis arbeitet, ist dies jedoch nicht möglich. Die Menschen hier haben höchstens eine Telefonverbindung. Prepaid Handys, die sie nur für das Notwendigste brauchen, erzählt Alejandro. Viele Familien leben weit entfernt voneinander. Ihre Lebenssituation war schon vor dem Notstand schwierig und sei jetzt noch komplizierter geworden. Der Zugang zu einer Gesundheitsversorgung ist sehr schlecht, die wöchentlichen Märkte finden nicht mehr statt.

Was hier aber funktioniert ist das Radio 📻 Nun hat sich sogar das Bildungsministerium von Peru an Pukllasunchis gewandt und um zweisprachige Unterrichtsmaterialien in Spanisch und Quechua gebeten. Die Radiohörspiele sollen landesweit für SchülerInnen, die zuhause bleiben müssen, ausgestrahlt werden! 😍👏 Dies wäre nicht nur ein grosser Erfolg für das Projekt, sondern auch eine Anerkennung der langjährigen beharrlichen Arbeit von Pukllasunchis und den Bemühungen für mehr Demokratie und Gerechtigkeit im Bildungssystem.🙏

Über die Radiosender, mit denen das Radioprojekt arbeitet, informiert Pukllasunchis jetzt zudem über die Situation und über Hygienemassnahmen – auf Quechua. Zwischen den Radioprogrammen werden Spots geschaltet darüber, wie man die Hände waschen soll und Beiträge zu den Themen Sauberkeit und Hygiene. Dabei wird das traditionelle Wissen der Bevölkerung einbezogen. Wo keine Seife vorhanden ist, kann als Ersatz zum Beispiel auf eine Quinoa-Basis oder auf gewisse Kräutermischungen zurückgegriffen werden.

Pukllasunchis arbeitet seit 16 Jahren mit abgelegenen Landschulen um Cusco zusammen und produziert mit den Kindern zweisprachige Radiohörspiele (Spanisch / Quechua) Die Idee: Indem indigene Kinder zweisprachige Radioprogramme produzieren, die für den interkulturellen Unterricht verwendet und breitflächig auf Radiosendern ausgestrahlt werden, fördert das Projekt den dringend notwendigen Demokratisierungsprozess im Bildungssystem und liefert den Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit.
👉 https://bit.ly/2UMJhm9

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27. März 2020

Auch heute gibt es Neuigkeiten direkt von einem unserer Partnerprojekte. Wir haben mit Bee Srors von Buddhism for Social Development Action in Kambodscha gesprochen und erfahren, welche Massnahmen bereits ergriffen wurden und mit welcher Kreativität nun ein neuer Alltag im Smile Institute gestaltet wird. Wir waren beeindruckt!

Auch BSDA ist betroffen von den Corona-Massnahmen: Die Kindergärten und Drop-in-Zentren mussten vorübergehend geschlossen werden, die Berufslehren sind unterbrochen und seit letzter Woche dürfen die Kinder und Jugendlichen, die im Smile Institute leben, nicht mehr nach draussen. Um die Motivation und das gute Zusammenleben zu erhalten, werden zahlreiche Aktivitäten im Smile Institute umorganisiert. Sie finden alle in Kleingruppen statt: Spiele und Singen, gemeinsame Bewirtschaftung des Gartens, gewisse Skill-Trainings, die zuvor in Grossgruppen durchgeführt wurden.
Besonders für die Jüngeren ist es sehr schwierig, die Massnahmen zu verstehen und die Distanz zu einander einzuhalten. Doch das Team im Smile-Institute gibt sein Bestes, ihnen alles spielerisch beizubringen. Täglich trifft man sich ausserdem zum Corona-Info-Meeting, bei dem die SchülerInnen über die aktuelle Situation und Entwicklung informiert werden und Fragen stellen können. Es werden auch Telefonate mit den Eltern geführt, um die Situation verständlich zu machen sowie für die Massnahmen zu sensibilisieren.

Bee bleibt positiv und ist überzeugt: „These are the times for love and care for each other.“

Mehr zur Arbeit von BSDA: https://bit.ly/2WI72yz

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25. März 2020

Gestern telefonierten wir mit Thomas Ngwira, unserem Projektpartner in Mzuzu, im Norden Malawis. In dieser ländlichen Gegend sind Hunger und Mangelernährung weit verbreitet, oft gibt es weder fliessendes Wasser noch Strom für die Bevölkerung. Thomas ist Geschäftsleiter von ASUD und baute in Ng’ongo in den letzten Jahren zusammen mit der Gemeinschaft langsam und gewissenhaft ein Permakultur-Schulgartenprojekt auf. ASUD gehe es soweit gut und auch auf das Projekt habe die Situation momentan keinen Einfluss, ausser dass die Schule vorläufig geschlossen ist, wo normalerweise im Schulgarten gearbeitet und gelehrt wird.

COVID-19 ist mittlerweile also auch in Malawi zum Thema geworden, wo die Voraussetzungen fürs Einhalten der Hygienevorschriften sehr schlecht sind. Die Schulen sind zu und Gruppentreffen mit über 100 Personen wurden verboten. Viele Büroangestellte arbeiten im Home Office, wobei dies vor allem bei internationalen Institutionen der Fall sei. Vor Banken und Shoppingzentren in der Stadt Mzuzu könne man sich nun die Hände waschen beim Eingang. Dem öffentlichen Leben sei hingegen noch nicht allzu viel von der drohenden Krise anzumerken: Die Märkte beispielsweise seien noch immer offen und das meiste wirke hier völlig normal. Das ist beunruhigend und es bleibt zu hoffen, dass die Regierung trotz anstehender Neuwahlen rechtzeitig angemessene Massnahmen ergreift.

Informationen zum Projekt von Thomas: https://bit.ly/2JaVOdU

Wir stehen in engem Kontakt mit allen unseren ParterInnen. Es gilt jetzt, ihnen in dieser Zeit beizustehen und die Kontinuität der Projekte zu garantieren.

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24. März 2020

Auch Carolina Gil, Projektleiterin des Circo Fantazztico in San Isidro, Costa Rica, erzählt uns am Telefon von der veränderten Situation aufgrund von COVID-19.

In Costa Rica sei es noch verhältnismässig ruhig. Öffentliche Einrichtungen und Schulen wurden geschlossen und die Menschen werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Kleine Geschäfte und StrassenverkäuferInnen nutzen noch die letzten Tage, um etwas zu verkaufen, erzählt Carolina. Viele Menschen, die im informellen Sektor arbeiten, fürchten um ihre Existenz, sollten sie bald nicht mehr arbeiten können.

Auch der Circo musste letzte Woche vorübergehend die Türen schliessen und die Trainings mit den verschiedenen Gruppen Jugendlicher und Kinder aussetzen. Die europäischen Freiwilligen, welche im Zirkus-Projekt ein fester und wichtiger Bestandteil sind, fliegen in diesen Tagen nach Hause oder sagten ihre geplante Ankunft ab. Zurück bleibt Carolina und wo normalerweise buntes Zirkustreiben herscht, ist sie auf einmal alleine.

Wer ist der Circo Fantazztico? 👉Video zum Besuch des Circo in der Schweiz im letzten Jahr: https://youtu.be/24MMtdmjV_8

Informationen zum Projekt auf unserer Website: https://bit.ly/2UtamL6

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23. März 2020

Aus dem Homeoffice ins Büro und nach Kambodscha: Ein kleiner Einblick in unseren neuen Arbeitsalltag per Skype!

Wir haben heute mit Neth Prak von unserer Partnerorganisation BIPA in Kambodscha geskyped und über die aktuelle Lage im Zusammenhang mit Covid-19 gesprochen. BIPA unterstützt die indigene Gemeinschaft der Bunong im Kampf gegen Land-Grabbing u.a. mittels Biolandbau.

Neth erzählt uns, dass in Phnom Penh alles relativ ruhig sei, alle öffentlichen Orte sind geschlossen, der öffentliche Verkehr ist eingestellt

und nur wenige Leute sind noch unterwegs mit Motorrädern. Bis heute sind in Kambodscha 84 Corona-Fälle offiziell bestätigt, gestorben ist bisher noch niemand daran. Doch die Sorge vor einer steigenden Zahl an Erkrankten ist gross, denn das Gesundheitssystem ist sehr schlecht und könnte eine solche Welle nicht auffangen. Auch die Hygienemassnahmen sind schwer einzuhalten, Seife beispielsweise ist so teuer, dass sie sich nur die städtische Bevölkerung leisten kann.

Gewisse Aktivitäten von BIPA mussten aufgrund der Massnahmen bereits verschoben werden. Trainings in biologischem Landbau können vorerst nicht durchgeführt werden, da keine Zusammenkünfte von grösseren Gruppen mehr erlaubt sind. Auch musste das eigene Café in der Nähe von Bousra vorübergehend geschlossen werden. Kosten für Miete und Unterhalt fallen natürlich weiterhin an.
Trotzdem können auch gewisse Aktivitäten / Programme weitergeführt werden, wie zum Beispiel die Aufzucht von Setzlingen, die als Starthilfe an die Kleinbauern und -bäuerinnen verteilt werden. Ausserdem versucht BIPA proaktiv, die indigene Gemeinschaft über Corona zu informieren: Über das Radio etwa informierte BIPA in der Sprache der Bunong über die Massnahmen und über den Virus allgemein. Dies ist sehr wichtig, da viele Bunong kein Khmer sprechen und dadurch von diesem essentiellen Wissen ausgeschlossen sind.

Neth erkundigt sich auch über die Situation in der Schweiz und über unsere Hoffnungen auf einen Impfstoff.
Wir bleiben in engem Kontakt mit Neth und unseren anderen Projektpartnern. Es gilt jetzt, die Solidarität aufrecht zu erhalten und uns gegenseitig Mut zu geben – und sicherzustellen, dass ihre engagierte Arbeit auch nach Corona Bestand hat!

Mehr zu BIPA und ihren Tätigkeiten: https://bit.ly/3bivIla

Danke! 🌿

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21. März 2020

Gestern sprachen wir mit Tabita Lozano, unserer Projektpartnerin in Lima, Peru. Unsere noch junge Partnerorganisation IDEMNNA arbeitet hier mit Frauen in einem Aussenviertel, wo die Lebensbedingungen äusserst prekär sind und die Grundversorgung – Wasser, Abwasser, Elektrizität, Gesundheit – fehlt. Wie ist die Situation hier?

In Lima selbst gibt es Fälle von Corona-Infektionen noch vorwiegend in den wohlhabenderen Quartieren. In den Aussenvierteln, wo die Frauen des Projekts leben, gibt es noch keine Fälle. Angesichts der prekären Umstände hier bleibt einfach nur zu hoffen, dass das so bleibt, sagt Tabita.

Die grösste Sorge gilt momentan dem Einkommen der Frauen und ihrer Familien. Sie haben kein monatliches Einkommen, sondern sichern sich ihren Lebensunterhalt von Tag zu Tag. Im Projekt entwickeln sie eigene Geschäftsideen, die sie mit Hilfe von Kleinkrediten aufbauen. Nun fällt dieses tägliche Einkommen weg.

Zurzeit ist es für Tabita und ihre beiden KollegInnen nicht mehr möglich, in das Aussenquartier zu fahren. Über Whatsapp und Telefon stehen sie jetzt in engem Kontakt mit jeder der 20 Familien des Projektes. In der Whatsappgruppe werden Informationen und Ratschläge ausgetauscht. Viele der Frauen können zum Glück noch auf Unterstützung von Familienmitgliedern zählen. Zudem gibt es eine grosse Solidarität unter den Frauen des Projekts. Das freut Tabita sehr. Die Frauen stehen sich bei und helfen sich, wo sie können. Tabita hofft sehr, dass sich die Situation bald beruhigt, denn es wird einmal mehr die schwächsten Familien am schlimmsten treffen.

Eine positive Haltung sei wichtig. Die gute Arbeit müsse fortgesetzt werden, sagt sie zum Schluss und bedankt sich für die Freundschaft und die Wertschätzung.

Weitere Informationen zum Projekt hier: https://bit.ly/398AZKv

Unsere Solidarität ist weiterhin gefragt!

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19. März 2020

Heute haben wir mit unserem Projektpartner George Chimpiko zu Corona in Malawi telefoniert. Hier scheint die Situation zur Zeit noch relativ ruhig zu sein. Noch kein Fall von Corona sei bekannt. Bisher werden Einreisende aus Risiko-Ländern nach Ankunft in Malawi zu einer 2-wöchigen Quarantäne verpflichtet.

George ist beunruhigt über die Situation und macht sich Sorgen um einen möglichen Projektunterbruch. Er versucht am Telefon aber nach vorne zu blicken und Mut zu machen: „The only hope is that one day we will enjoy a happy ending to Corona. Diseases come and go. Let us stand strong and courageous.“

Wir informierten George ausserdem darüber, dass unser geplanter Projektbesuch im April abgesagt werden muss, ebenso wie eine geplante Weiterbildung durch einen Biolandbauspezialisten aus Tansania.

Die von George gegründete Organisation KODO bildet gehbehinderte Bauern und Bäuerinnen in Biolandbau aus: https://bit.ly/3b5rwF6

Wir bleiben weiterhin in Kontakt und bringen unsere Solidarität zum Ausdruck!

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18. März 2020

Gestern haben wir mit Katya von Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD) geskyped. Sie berichtete uns über die momentane Situation mit Corona in Puerto Maldonado, Peru, und was dies für die indigenen Gemeinschaften der Region bedeutet.

Der Notstand ist auch in Peru ausgerufen – alle Schulen, Geschäfte etc. wurden geschlossen. Seit Montagabend sind auch die Polizei und das Militär auf den Strassen, um die Ausgangssperre durchzusetzen. Seit gestern herrscht die „Null-Toleranz“. Wer sich nicht daran hält, kann verhaftet werden. Es ist aber extrem schwierig für die Leute, sich daran zu halten. Besonders, weil viele hier keine gesicherten Arbeitsplätze haben, sondern von Tag zu Tag mit kleinen Geschäften ihren Lebensunterhalt verdienen. Durch diese Massnahme wird ihre Existenz bedroht. Bisher gibt es in Puerto Maldonado noch keine bestätigten Corona-Fälle, aber einige mit Verdacht. Die Gesundheitsversorgung ist bereits jetzt unzureichend und die wachsende Zahl an Dengue-Fällen bereitet zusätzlich grosse Sorge, dass die Spitäler bald überlastet sind.

Viele Gemeinschaften sind jetzt völlig abgeschnitten, die Transportwege sind gesperrt. Seit ein paar Monaten gibt es in vielen Dörfern zwar stundenweise Internetempfang. Die Information der Menschen hier ist in dieser Situation aber unzureichend. Viele Jugendliche, mit denen Katya arbeitet, rufen sie in diesen Tagen sehr besorgt an. Es herrscht grosse Unsicherheit und Besorgnis, etwa über die Touristen, die sich im Gebiet aufhalten. FENAMAD ist jetzt bemüht darum, die Gemeinschaften via Email und Telefon über die Situation zu informieren und für die Massnahmen der Regierung zu sensibilisieren.

Die Mehrheit der indigenen Jugendlichen, mit denen Katya arbeitet, sind zum Ende des Studienjahrs bereits in ihre Dörfer zurückgekehrt. Im StudentInnenhaus Casa Miraflores in Puerto Maldonado leben momentan noch 6 Jugendliche, die eine Arbeit gefunden haben und im Moment nicht mehr nach Hause reisen können. FENAMAD stellt nun sicher, dass diese in der Casa genügend Nahrungsmittel, Flüssigseife und Alkohol zur Desinfektion haben. Dank dem starken Regen der vergangenen Tage sind die Wassertanks zum Glück voll.

„Ich hoffe sehr, dass den Leuten bewusst wird, dass sie zu Hause bleiben sollen, egal wie gesund sie sich fühlen, weil sie andere Menschen mit schlechtem Immunsystem anstecken können.“ Katya wünscht auch den Menschen in der Schweiz viel Kraft für die kommenden Wochen.

Wir bleiben weiterhin in Kontakt und bringen unsere Solidarität zum Ausdruck!❤️

Mehr Infos zum Projekt: https://bit.ly/2QnFUke

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17. März 2020

Aus Cusco meldete sich heute morgen unsere Projektpartnerin von Pukllasunchis Cusco mit folgender Nachricht:

Gestern hat der Präsident von Peru den Notstand im ganzen Land bis Ende März ausgerufen: die Grenzen sind geschlossen, keine Flugzeuge nach Europa und Asien, Schulen, staatliche Einrichtungen, Unternehmen, Restaurants und alles ist geschlossen – nur Banken, Apotheken und Gesundheitsdienste sind in Betrieb. Wir mussten unsere Räumlichkeiten schließen und alle Schulungs- und Bildungsarbeit sowie andere Aktivitäten einstellen. Wir alle, öffentliche und private Angestellte, müssen zu Hause arbeiten. Unsere Teams arbeiten und koordinieren online (Lehrer geben ihren SchülerInnen online Unterricht, Schulungsteams bereiten Materialien für zukünftige Workshops vor, und jedes Team hat seinen Mitgliedern Aufgaben zugewiesen, die sie zu Hause erledigen sollen).

Angesichts der schwierigen Situation auf der ganzen Welt und auch in der Schweiz muss ich auch meine Reise in die Schweiz, die für Mai geplant war, aussetzen. Es tut mir sehr leid, aber wir werden uns diesen Sommer nicht in der Schweiz treffen können!

Jetzt gilt es, die Solidarität mit unseren ProjektpartnerInnen aufrechtzuerhalten! Einerseits, damit sie ihre Arbeit fortführen und ihre Organisationen aufrechterhalten können und wenn nötig auch, um Nothilfe zu leisten. Die Projekte unserer PartnerInnen sind Geschichten von grossem Engagement, von kleinen aber bedeutsamen Schritten vorwärts, aus denen die jeweiligen Gemeinschaften Hoffnung und Zukunftsperspektiven schöpfen. Unsere Solidarität ist weiterhin gefragt! 🙏❤️

Infos zum Projekt von Pukllasunchis: https://bit.ly/2QoivPF