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OCMAs Frauen planen vereint die unsichere Zukunft

15.10.2011 / 13:17:00 von André Affentranger

Projektbesuch bei der Frauenorganisation OCMA in Guayaramerín, Bolivien, im August 2011:

„Es ist schon ein bisschen frustrierend: Heute gibt es eine grosse Konkurrenz auf dem Markt der Naturheilmittel. So bekommen wir, die diese Heilmittel herstellen, immer weniger für unsere Produkte,“ erzählt Angela Cuellar. Sie ist Mitglied der Frauenorganisation OCMA in Guayaramerín, Bolivien, die seit einigen Jahren von EcoSolidar unterstützt wird. „Gleichzeitig ist dies aber auch ein Erfolg: Als OCMA in den 90er Jahren begann, das Wissen rund um traditionelle Naturheilmittel zu fördern, waren wir Pionierinnen. Und eines unserer Ziele war genau, dieses Wissen zu verbreiten und den armen Familien eine Alternative zur teuren Schulmedizin zu bieten. Dieses Ziel haben wir erreicht, und darauf sind wir stolz.“ Diese  Erfahrung hat Angela Cuellar geprägt. Die Weiterbildungskurse, die OCMA zur Stärkung der Frau in Familie und Dorfgemeinschaft anbietet, haben eine nachhaltige Wirkung. Viele Familien konnten ihr Einkommen steigern und sind heute besser vernetzt. Denn OCMA bietet mit dem Vermarktungsbetrieb „Palma Real“ den Mitgliedern auch die Möglichkeit, ihre landwirtschaftlichen Produkte und Naturheilmittel ohne Zwischenhändler auf den Markt zu bringen. Und Mitgliedern, die Zuckerrohr anpflanzen, vermietet die Organisation günstig eine mechanische Presse, mit der sie Zuckerrohrsaft herstellen und diesen für den Markt weiterverarbeiten können. Diese Presse zirkuliert unter den Mitgliedern; sie ermöglicht ihnen, ein wichtiges Zusatzeinkommen zu erarbeiten, und stärkt gleichzeitig den Gemeinschaftssinn.

In der Dorfgemeinschaft „Cachuela Mamoré“ sitzen wir unter Bäumen und Palmen vor dem Haus von Flora Aracupa: „Ohne OCMA hätte ich diesen Schritt niemals gewagt. Vor mehr als 10 Jahren habe ich mit der Unterstützung der Organisation  in die Zukunft geplant und verschiedene Fruchtbäume angepflanzt. Heute isst  meine Familie davon, wir verkaufen die Früchte auf dem Markt, und unsere Haustiere können sich von deren Abfallprodukten ernähren. Ausserdem haben wir seitdem wieder mehr wilde Tiere. Und das Gras, das unbedeckte Böden invadiert und den Anbau von anderen Produkten massiv erschwert, ist verschwunden.“ Diese Erfolge entsprechen exakt den Zielen der landwirtschaftlichen Projekte von OCMA, die ein technischer Berater der Organisation vorgibt: „Nahrungsmittelsicherheit, Steigerung der extrem tiefen Familieneinkommen und ökologische Nachhaltigkeit.“

Dieses Jahr engagiert sich OCMA vor allem für die Stärkung der Frau in Familie und Gemeinschaft. In einem politisch und wirtschaftlich unsicheren und unstabilen Umfeld ist dieses Engagement besonders wichtig. Deshalb unterstützt EcoSolidar auch weiterhin die Arbeit von OCMA. 

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