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Wie wir arbeiten

     

Entwicklung ist Sache der Betroffenen

   
   

EcoSolidar ist eine Entwicklungsorganisation mit Ursprung in der Selbstverwaltungs- und ökologiebewegung der Schweiz. Solidarität, Eigenständigkeit und gegenseitiger Respekt und Respekt für die Natur und die Ressourcen der kommenden Generationen sind die Werte, von denen wir uns in unserer Arbeit für eine bessere Welt gemeinsam mit unseren Partnern im Süden leiten lassen.

Erstes Ziel jeder Entwicklung ist die Beseitigung der absoluten Armut durch die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Gesundheit, Bildung und Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Die direkte materielle Hilfe ist manchmal unabdingbar, aber sie ändert die Situation nur im Moment. Eine dauerhaft positive Veränderung kann ausschliesslich über die Befähigung zum selbständigen Handeln erlangt werden. Ziel ist nicht das blosse überleben, sondern ein Leben in Würde. Entwicklung ist auch ein Prozess der Befreiung, der Umverteilung von Wissen und Macht. Deshalb sind Bildung und Bewusstwerdung wesentliche Voraussetzungen für die Befreiung. Entwicklung heisst zudem auch Entfaltung, Entfaltung von persönlichen und gesellschaftlichen Utopien, aber auch Entfaltung einer friedlichen Kommunikation und Koexistenz unter den Menschen.

Wirtschaftlich oder sozial randständige Menschen sollen befähigt werden, in die Gesellschaft zurückzukehren und in ihr die Rechte wahrzunehmen, die ihnen zustehen, sowie auch ihren Pflichten nachzukommen. Eine Entwicklung ist nachhaltig - im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Sinne -, wenn sie alle einbezieht. Werden nur einzelne Aspekte des Lebens berücksichtigt, zum Beispiel nur die rein wirtschaftliche Entwicklung, bleibt die Ausgrenzung letztendlich immer bestehen. Sie geschieht meist nach Massgabe wie der Hautfarbe, des Geschlechts, des Bildungsstandes, der sozialen Herkunft, des Gesundheitszustandes, des Alters oder der Religion.
Unserer Erfahrung nach sind in vielen Entwicklungsprojekten vor allem Frauen aktiv. Sie müssen ihre Kinder ernähren und sind deshalb an der nachhaltigen Verbesserung ihrer Lebenssituation dringend interessiert. Dies führt aber vielfach zu enormen Doppelbelastungen. Die Rechte der Frauen entsprechen nicht den Pflichten, die sie erfüllen. Deshalb unterstützen wir auch Projektarbeit, die die Frauen ermächtigt, ihre Situation zu verstehen und zu verändern.

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Entwicklung kann nicht von aussen aufgepfropft werden. Sie ist Sache der Betroffenen.

   
   

Sie soll jeweils der Gemeinschaft entsprechen, in der sie stattfindet. Wir unterstützen nur Projektvorhaben, die von den Betroffenen selbst gewünscht werden. Da sie etwas Eigenes sind, werden solche Projekte nachhaltig wirken. Meist sind einfache Schritte nötig, die keine teuren ausländischen Berater/innen brauchen. EcoSolidar stellt (im übertragenen Sinne) keine "fertigen Brunnen auf den Dorfplatz", sondern befähigt die Menschen, ihre Brunnen selbst zu bauen. Dies sind eigene Schritte in eine selbstbestimmtere Zukunft mit der Unabhängigkeit als Fernziel.
Wir beteiligen uns auch an der Entwicklung, in dem wir Menschen zusammenbringen, die an ähnlichen Zielen arbeiten und die voneinander lernen können. Im Süd-Süd-Austausch im eigenen Land oder grenzüberschreitend mit benachbarten Kulturen, sehen die Beteiligten, wie unterschiedlich der Umgang mit Ressourcen sein kann. Sie tauschen ihre Erfahrungen und ihr Können aus, übernehmen gute Ideen und schaffen neue kleine Projekte, die zu dringend benötigten Zusatzeinkommen führen, sei es im biologischen Landbau, in der traditionellen Medizin oder in der Produktion für den Markt.
Mit demselben Mittel, nämlich dem Austausch, unterstützen wir soziale und bewusstseinsbildende Projekte von Gemeinschaften, Frauengruppen oder benachteiligten Kindern. Um auch nicht Alphabetisierte einzubeziehen, bewegen wir uns bei den Bildungsangeboten meist ausserhalb des üblichen Rahmens und unterstützen darüberhinaus auch Gruppenprozesse.

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EcoSolidar unterstützt Basisgruppen bei der eigenen Organisierung, durch die Finanzierung von Austauschprogrammen und der zu Projektvorhaben benötigten Infrastruktur. Wir helfen bei der Vernetzung von Menschen und Wissen tatkräftig mit.

   
   

Auch Projekte mit kleinsten Budgets, bei denen im allgemeinen der Selbsthilfeanteil gross ist, finden bei uns Unterstützung.
Wir arbeiten mit regierungsunabhängigen, demokratisch aufgebauten Selbsthilfe-Organisationen, die sich der Offenheit gegenüber andern Benachteiligten und der Transparenz verpflichten. Mit den Projektpartnern wollen wir uns befreunden können.

Auch in der Schweiz braucht es dringend Strukturveränderungen, die die Bedingungen bei uns und bei den Menschen in der Dritten Welt verbessern.
Auch hier werden Menschen ausgegrenzt und nicht in die Entwicklung einbezogen. Von unseren Partnerorganisationen lernen wir, und sie helfen uns dabei, die Selbstbezogenheit der eigenen Sicht bei uns und den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und selbst bei den Hilfswerken zu korrigieren.

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